Manchmal plane ich einen Ausflug ins Elbsandsteingebirge schon Wochen im Voraus. Nämlich immer dann, wenn ich jemandem die besondere Faszination eines Sonnenaufgangs in dieser Landschaft zeigen möchte.
Und meistens kommt es anders als gedacht.
Ich schaue vorher fast täglich auf die Wettervorhersage, beobachte verschiedene Wetter-Apps und prüfe sogar, ob sich irgendwo Nebel ankündigt. Doch gerade die Tage, die in den Vorhersagen für uns Fotografen eher unspektakulär aussehen – blauer Himmel, ein paar hohe Wolken, kein Nebel – können am Ende die schönsten Überraschungen bereithalten.
So auch an einem Dienstag im August 2026.
Die Vorhersage versprach blauen Himmel, ein paar hohe Wolken und weit und breit keinen Nebel. Fotografisch also eher „langweilig“. Die Realität sollte zum Glück ganz anders aussehen.
Aber von vorn.
Mein Wecker klingelte um 3:30 Uhr. Kurz vor 4 Uhr war auch meine Begleitung pünktlich bei mir, sodass wir wie geplant um 4:10 Uhr in Richtung Elbsandsteingebirge aufbrechen konnten.
Noch auf der Autobahn war am Himmel tatsächlich das eine oder andere Wolkenfeld zu erkennen. Für meinen Geschmack sah es allerdings so aus, als würden die Wolken viel zu weit im Böhmischen hängen. Die Sonne würde vermutlich einfach dahinter aufgehen und uns einen eher unspektakulären Morgen bescheren.
Aber es war ja noch Zeit. Eine gute Stunde bis zum Sonnenaufgang – also erst einmal abwarten.
Kurz nach 5 Uhr erreichten wir den Parkplatz zwischen Papststein und Gohrisch. Ich hatte mich diesmal für den Gohrisch entschieden. Zum einen, weil man relativ schnell oben ist, zum anderen, weil ich dort bisher erst zweimal einen Sonnenaufgang erlebt hatte. Und außerdem gibt es unter Fotografen schließlich den schönen Spruch: „Gohrisch geht immer.“
Also hieß es: Schuhe wechseln, Wanderschuhe schnüren, Stirnlampen aufsetzen – und los.
Der Aufstieg war tatsächlich schnell geschafft. Nach etwa 15 Minuten erreichten wir den kleinen Pavillon, der direkt am Ende des Ostaufstiegs steht und geradezu dazu einlädt, kurz Luft zu holen.
Das taten wir dann auch.
Und plötzlich war da dieses erste kleine Zeichen, dass dieser Morgen vielleicht doch etwas Besonderes werden könnte: Der Himmel begann sich ganz leicht zu verfärben.
Also schnell die Kamera und die Handys ausgepackt und ein paar erste Aufnahmen gemacht.
Viel Zeit blieb nicht. Unser eigentliches Ziel war die Wetterfahne – dort wollte ich den Sonnenaufgang erleben und fotografieren.
Und dann?
Ja, was soll ich sagen – es war grandios.
Aus dem vermeintlich langweiligen Fotomorgen wurde ein Sonnenaufgang, der uns mit warmen Farben und einer wunderschönen Stimmung überraschte. Und als wäre das noch nicht genug gewesen, lag in der Ferne tatsächlich ein wenig Nebel über der Landschaft – sogar rund um den Lilienstein.
Genau solche Momente sind es, weshalb ich diese frühen Morgenstunden im Elbsandsteingebirge so liebe. Man kann noch so viele Wetter-Apps studieren und den perfekten Fotomorgen planen – am Ende entscheidet die Natur selbst, was sie uns schenkt.
Neben meinem neuen Weitwinkelobjektiv kam natürlich auch das Teleobjektiv zum Einsatz. So konnte ich sowohl die Weite der Landschaft als auch die weiter entfernten Felsformationen und den Lilienstein festhalten.
Und ich finde: Dieser Morgen hat sich wirklich gelohnt.
Nach diesem gelungenen und wunderschönen Start in den Tag machten wir uns wieder auf den Weg zurück zum Auto. In Bad Schandau wartete zunächst ein wohlverdientes Frühstück auf uns, bevor es anschließend noch zu einer Wanderung durch die Affensteine ging.
Ein früher Start, ein überraschender Sonnenaufgang, ein bisschen Nebel, viele Fotos und eine schöne Wanderung – alles in allem ein rundum gelungener Tag im Elbsandsteingebirge.
Und vielleicht gilt ja tatsächlich:
„Gohrisch geht immer.“
„Gohrisch geht immer.“